Statistik der öffentlichen Aufträge in Südtirol im Jahre 2014
17.04.2015
Ende 2014 waren im Informationssystem für öffentliche Verträge 519 Vergabestellen gemeldet. Insgesamt sind 12.246 Wirtschaftsteilnehmer registriert. Diese Zahl wird weiterhin wachsen, da ein Großteil des Marktes der Ausschreibungen laut Definition „offen“ für die Teilnahme aller interessierten Wirtschaftsteilnehmer ist. 45% der im System eingetragenen Wirtschaftsteilnehmer sind nicht aus Südtirol. 55,4% der Wirtschaftsteilnehmer haben ihren Rechtssitz in Südtirol, 38,1% in anderen Provinzen Italiens, hingegen 6,5% im Ausland. Gemeinden überholen das Land bei der Anzahl der Verfahren Die Gemeinden und Bezirksgemeinschaften sind mit 17.282 Verfahren jene Vergabestellen, welche am meisten veröffentlicht haben und somit die Landesverwaltung (15.330) überholen. 800 Millionen ausgeschrieben (+ 33% gegenüber 2013) Die Summe der veröffentlichten Vergaben näherte sich 800 Millionen Euro, mit einem Zuwachs von 32,7% im Vergleich zu 2013. In diesem Fall beträgt der Anteil der telematischen Verfahren 83,5% an den Veröffentlichungen auf Provinzebene. Der Anteil von 50% des Wertes der Veröffentlichungen wurde für Bauarbeiten ausgeschrieben, 36% für Dienstleistungen und 14% für Lieferungen Bauaufträge gehen zu 90% an Südtiroler Betriebe Der Großteil der Verfahren wird an Wirtschaftsteilnehmer mit Rechtssitz in Südtirol vergeben (81,5%), wobei in den öffentlichen Bauaufträgen der Prozentsatz bis zu 90,7% steigt. 60 % der Verfahren für Bauaufträge unter Euro 1.000.000 Bei allen Vertragsarten stammen 50% der Zuschlagssummen aus Vergaben mit Beträgen unter 1 Million Euro. Dieser Anteil erhöht sich auf 60 % wenn man nur den Teil der Bauaufträge berücksichtigt. Bei den öffentlichen Bauaufträgen überwiegen die Vergaben mit Beträgen zwischen 207.000 – 1.000.000 Euro und bei Lieferungs- und Dienstleistungsaufträgen die kleinen Verträge unter 40.000 Euro. Auch in der Verteilung des zugeschlagenen Betrages nach Betragsklasse überwiegen die Vergaben an örtliche Unternehmen und Freiberufler, mit einziger Ausnahme der Betragsklasse zwischen 2.000.000 und 5.000.000 Euro, für welche andere Provinzen 45 Millionen Euro im Vergleich zu den 35 Millionen € Südtirols, erreichen. Vergaben nach dem niedrigsten Preis überwiegt (80 %) 79,2% der Vergabeverfahren ohne der Direktvergaben, werden nach dem Kriterium des niedrigsten Preises und die restlichen 20,8% nach jenem des wirtschaftlich günstigsten Angebots, zugeschlagen. Die Verteilung ändert sich unter Berücksichtigung des Gesamtwertes: das Kriterium des niedrigsten Preises sinkt auf 43,6%, und das Kriterium des wirtschaftlich günstigsten Angebots steigt auf 56,4%. Durchschnittlicher Abschlag von 13 bis 17 % Die angewandte Verfahrensart scheint den Abschlagssatz, welcher im Durchschnitt zwischen 13 und 17 Prozent liegt, nicht besonders zu beeinflussen. Der Abschlagssatz der nach dem Kriterium des niedrigsten Preises zugeschlagenen Vergabeverfahren ist höher als jener nach dem Kriterium des wirtschaftlich günstigsten Angebots, mit Ausnahme der offenen Verfahren. Im Bereich der öffentlichen Bau- (18,0%) und Lieferaufträge (17,5%) werden vonseiten der nationalen Wirtschaftsteilnehmer höhere Durchschnittsabschlagssätze als von den in Südtirol ansässigen Wirtschaftsteilnehmern angeboten (im Verhältnis 15,1% und 16,7%), Je mehr Angebote … desto höher das Abgebot Aufgrund der Analyse geht ein voraussichtlicher Zusammenhang zwischen Angebotsanzahl und durchschnittlicher Abschlagssatz hervor. Die Verteilung wird durch eine konkave Kurve dargestellt, die einen Mindestwert von 8,3 % bei einem einzigen Angebot, einen Höchstwert von 22% bei einer Angebotsanzahl zwischen 6-10, und eine Senkung (21,7%) bei 10 - 20 Angeboten, anzeigt. Der vollinhaltliche Bericht der Agentur für die Verfahren und die Aufsicht im Bereich öffentliche Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge kann hier gelesen werden.